Gleich zu Beginn sei gesagt: wir sind für den Ausbau der Kleinkindbetreuung !
Aber, und das unterstreichen wir ganz energisch, wir sind gegen die Bebauung des Bolzplatzes! Wir sind f ü r das gesamte „Freizeitareal“ auf den Hutwiesen. Schon die Tatsache, dass man überhaupt auf so eine Idee kommen kann, dieses Areal derart beschneiden, ist uns schleierhaft…
Ein bestehendes und wertvolles Freizeitgelände wird einschneidend verändert durch einen Schnellschuss, mit dem Ziel, 720 000Euro Zuschüsse für den Bau einer o.g. Einrichtung zu bekommen. Die Kosten für das Gebäude liegen im Moment (noch) bei 4 Mio. Euro. Aber das Gelände ist durch frühere Nutzung nicht gerade unproblematisch, und somit ist es sicher kein Unkenruf, wenn man der Sache auch finanziell recht skeptisch gegenübersteht.
Erinnern wir uns doch an diese große Leidenschaft, die der eine oder andere Bürger für den Bürgergarten aufgebracht hat. Wie wichtig für diese Personen doch auch gerade der Bereich Freizeit und Spielfläche war! Diesem Punkt hat auch niemand widersprochen. Aber diese Argumentationen für den Bürgergarten – hat das nur für diesen Bereich gegolten?

Ist denn der Bereich „Schäferspiel- und Bolzplatz“ an der Schäferstraße / Möglinger Straße ein Bereich 2.Klasse? Leben hier Kinder, Familien, Jugendliche, die man jetzt plötzlich ausgrenzen kann? Es handelt sich hier um einen integrierten, gut besuchten Spiel- und Bolzplatz. In der näheren und weiteren Umgebung stehen Hochhäuser. D.h. dort leben viele Familien, die keinen Garten haben. Gerade deshalb ist es wichtig, dass einem großen Einzugsgebiet eine solche Freizeitfläche zur Verfügung steht.

Wenn man jetzt gewillt ist, dieses wichtige Stück Freizeitangebot einem Kinderhaus zu opfern, bedeutet dies, dass man zwischen Lebensqualität in der Weststadt und Lebensqualität im Stadtgartenbereich unterscheidet. Und das gibt uns sehr, sehr zu denken.

Die Stadt Asperg braucht Einrichtungen für Kinder unter 3Jahren. Dem stehen wir nicht im Weg und unterstützen dies natürlich. Es geht um den gesetzlichen Anspruch, dass Kleinkindern ein Betreuungsplatz zusteht Aber so sehr Familien vielleicht auch darauf angewiesen sind, können wir uns nicht vorstellen, dass sie einverstanden sein können, wenn ihr „Wohl“ auf Kosten anderer geht. Wenn der Bau des Kinderhauses bedeutet, dass diesem Teil von Asperg ein Spiel- und Freizeitangebot weggenommen wird.

Sicher gibt es immer wieder Interessenskonflikte wenn es um Bebauung geht. Aber in diesem Fall soll ein bestehendes, integriertes und soziales Areal einem neuen sozialen Bereich weichen. Gibt es einen größeren Widerspruch?

Es würde bedeuten: Kindern und Familien etwas wegnehmen um anderen Kindern und Familien etwas zu geben. Kann das eine Lösung sein?

Der Bolzplatz soll vollständig wegfallen. Aber wo bleibt die Alternative? Ein kleines Spielfeld vor den Schlafräumen? Ein „Pseudo-Bonbon“ im Schatten?

Wo ist eine echte Alternative? Ein Platz, auf dem künftig (und zu Fuß erreichbar) Väter mit ihren Kindern Fußball oder sonstiges spielen können? Muss in Zukunft ein langer Fußmarsch in Kauf genommen werden? Muss man mit dem Auto fahren?

Sollen die Kinder jetzt weit weg von zu Hause spielen? Wohin sollen die Jugendlichen, die sich ebenfalls zum Fußballspielen auf dem Bolzplatz treffen? Soll die gesamte Freizeitgestaltung nun (gezwungenermaßen) im Bürgergarten stattfinden?

Für uns ist es wichtig, dass der Spielplatz und Bolzplatz als Gesamtes bestehen bleiben. Denn die Kleinen, die heute auf dem Spielplatz spielen, sind morgen die Kinder und Jugendlichen, die den Bolzplatz „in Beschlag“ nehmen. Immer wieder wird auf die Kinderfreundlichkeit Aspergs hingewiesen. Aber kinderfreundlich ist auch die Stadt, die Ihren Kindern Spiel- und Freizeitfläche bietet! Und Asperg kann auf diese o.g. Fläche wirklich stolz sein. Oder etwa nicht?

Wir halten die Zeit zwischen Information und Abstimmung durch den Gemeinderat in dieser Sache auf alle Fälle viel zu kurz! Ein 4Mio. Projekt wird in aller Schnelle (und Stille!) durch gewunken. Es bleibt keine Zeit für Diskussionen und weitere Überlegungen (die auch nicht erwünscht sind). Und das große Argument, weshalb dieses Projekt so schnell umgesetzt werden muss, sind diese 720 000 Euro Zuschüsse. Dazu sei nur gesagt: Wie schnell wurden solche Summen durch unüberlegtes Handeln und Konzeptlosigkeit schon in „den Sand“ gesetzt?!

Günter Pfersich
Melanie Weissert
Patrick Kammerer


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