Stadt kauft Areal der Metallhütte Bruch

„Bruch wird in Zukunft nicht mehr stinken“, verkündete Bürgermeister Ulrich Storer gestern. Die Stadt kauft das gut 1,2 Hektar große Gelände der insolventen Metallhütte für 2,85 Millionen Euro.
„Das ist ein wichtiger Erfolg für die Zukunft der Stadt Asperg“, sagte Storer. Schließlich will die Kommune die Metallhütte Bruch schon seit Jahren aussiedeln. Das Quartier Eberhardstraße soll städtebaulich neu geordnet und saniert werden.
Zur Erinnerung: Wie der Dortmunder Mutterkonzern der Metallhütte Bruch sind auch die Tochterunternehmen in Asperg und Bad Säckingen zahlungsunfähig. Insolvenzverwalter ist der Dortmunder Rechtsanwalt Achim Thomas Thiele. Der versuchte zunächst die insgesamt 250 Arbeitsplätze (knapp 50 in Asperg) zu erhalten und Nachfolger zu finden. Auch für Asperg gab es einen Interessenten. Vor gut zwei Wochen fiel dann die Entscheidung gegen ihn.
„Nach langwierigen, aber immer offenen und fairen Verhandlungen“, sei Thiele auf das Angebot der Stadt Asperg eingegangen, sagte Ulrich Storer. Innerhalb weniger Tage sei der Kaufvertrag formuliert, vom Gemeinderat am vergangenen Donnerstag einstimmig in nicht öffentlicher Sitzung beschlossen und tags darauf notariell beurkundet worden.
Der Kaufpreis beträgt 2,85 Millionen Euro und entspricht laut Pressemitteilung der Stadt Asperg der Verkehrswertermittlung eines Sachverständigenbüros für Grundstücksbewertungen. Dazu kommen jetzt noch etwa 100 000 Euro Grunderwerbssteuer. Dem Insolvenzverwalter wurde zugestanden, die Produktion der Metallhütte – in der laut Bürgermeister Storer aktuell noch rund 20 Menschen beschäftigt sind – längstens noch zwei Jahre weiter zu betreiben. Anschließend sollen die Betriebsgebäude abgebrochen werden. Der Insolvenzverwalter soll verwerten, was er kann. „Alles, was wegkommt, ist uns nur recht“, so der Bürgermeister.
Wie teuer der Abbruch die Stadt kommt, sei nicht abzusehen, so Storer. Für das Betriebsgelände, das wegen Altlasten in den nächsten Jahren nicht verwertet werden kann, soll es während der Sanierung eine Zwischennutzung geben. Was das sein könnte, ist ebenfalls noch offen. Die Stadt hofft auf Fördermittel aus dem Bund-Länder-Programm „Stadtumbau West“. Rund 60 Prozent der Kosten für Grunderwerb und Abbrucharbeiten könnten damit finanziert werden. Ein Antrag wurde bereits beim Regierungspräsidium Stuttgart gestellt. Vom Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg wurde laut Storer auch schon Unterstützung signalisiert.
Übrigens: Schon 1978 hätte die Stadt das Bruch-Areal für rund zwei Millionen Mark erwerben können. Der Gemeinderat entschied sich dagegen – und bereute seinen Beschluss später.
Kristina Winter


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