Regionalplan – Grünzug Schanzacker

Wir Freien Wähler setzen uns in der Region Stuttgart stets dafür ein, dass der Regionalplan nicht zur starr ausgelegt wird – dass die örtlichen Gegebenheiten und Bedürfnisse der Bürger und Bürgerinnen berücksichtigt werden – dass auch kommunale Entwicklung mit kommunaler Entscheidung möglich ist.
Der Regionalplan an sich kann nur wenig Entwicklungsimpulse setzen, er ist auf die Akteure angewiesen, die ihn vor Ort umsetzen sollen. Umso mehr muss er den Hauptbeteiligten, den Städten, Gemeinden und Landkreisen, mehr Gestaltungsfreiraum und Eigenverantwortung lassen. Die Kommunen gehen damit sachgerecht um. Gerade weil wir eher schwierigen Zeiten entgegengehen, sollten nicht noch zusätzliche Hürden aufgebaut werden. Die Kommunen waren in den vergangen Jahrzehnten Garanten für gesundes Wachstum und wirtschaftliche Stabilität. Natürlich hat es dabei auch Fehler gegeben. – Hier möchte ich für Asperg die Entwicklung von Lehenfeld nennen.
Der Regionalplan hat nach meiner Überzeugung die Aufgabe, gute Rahmenbedingungen zu schaffen und wirkliche Fehlentwicklung zu vermeiden . Dies wird gelingen, wenn die Region die Kommunen als Partner respektiert und auch wenn die Kommunen sich untereinander als Partner sehen!
Nun im Falle Schanzacker hat Ludwigsburg die Asperg und Tamm nicht als Partner gesehen. Ohne die betroffenen Kommunen zu befragen wurde der Wunsch bei der Verwaltung Region Stuttgart eingereicht statt, wie bei der Regionalplanfortschreibung vorgesehenen Grünzug die gesamte Fläche als Gewerbegebiet für die Ansiedlung von Logistikunternehmen auszuweisen. Nun – hier kämpften wir alle gegen einen Geist! Ludwigsburg hat keinen Logistiker im Hintergrund der morgen auf der Fläche ansiedeln möchte!
Wenn wir – und einige meiner Fraktionskollegen sind extra nach Tamm gefahren und haben sich mit den Örtlichkeiten vertraut gemacht – Wenn wir nun die Interessen der direkt betroffenen Kommunen und der betroffenen Bürger und Bürgerinnen wahren wollen – und hier sind massiv die Bürger Tamms und Aspergs betroffen – können wir nicht anders als dem Ansinnen von Ludwigsburg eine Absage zu erteilen.
Ich denke mit Recht wird das komplette Gelände Schanzacker nun in der Regionalplanfortschreibung als Grünzug ausgewiesen! Nicht umsonst sind wir alle froh, dass aus den Plänen der Landesregierung dort ein neues Justizvollzugkrankenhaus zu errichten, nichts wurde.
Das Naherholungsgebiet zwischen Asperg und Tamm am Fuße des Hohenasperg muss bewahrt bleiben!
Zu überlegen wäre, ob wir den Grünzug nicht mit dem Hohenasperg als Landschaftspark aufwerten können. In unserem Ballungsraum ist die Bewahrung von Natur und Landschaft ein wichtiges Ziel. Deshalb stellt auch die Region Stuttgart 1,5 Mio. € Haushaltsmittel zur Verfügung um auf Antrag Einzelprojekte mit 50% zu bezuschussen. Gemeinsam mit den Nachbarkommunen Tamm, Asperg und (!) Ludwigsburg muss das Thema angegangen werden !
Nehmen wir Abstand von der Zerstörung des einzigen Grünzugs – der grünen Lunge zwischen Asperg und Tamm. Ich – als betroffener Asperger Regionalrätin jedenfalls kann nicht anders als NEIN zu den Plänen Ludwigsburg sagen.
Elly Martinat
Regionalrätin Freie Wähler

Am 05. Mai 2009 fand in der Kelter in Tamm eine Info-Veranstaltung zum Grünzug Schanzacker statt.


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