LUDWIGSBURG

Gebiet Schanzacker bleibt wohl vorerst grün

Die Gegner des von Ludwigsburg angestrebten neuen Gewerbegebiets auf dem Gebiet Schanzacker können hoffen: Im Regionalparlament zeichnet sich eine Mehrheit aus Freien Wählern, SPD und Grünen für den Beibehalt des Grünzugs auf dem Gelände ab.

Im Juli wird das Regionalparlament die Fortschreibung des Regionalplans bis 2020 beschließen und dabei auch über die von Ludwigsburg beantragte Änderung an diesem Punkt entscheiden.
„Diese Ecke dort nahe dem Hohenasperg, bietet tatsächlich noch hohen Freizeitwert und ist so nahe an Asperg und Tamm wirklich kein geeignetes Gelände“, erklärt SPD-Landtagsfraktionsvorsitzender Claus Schmiedel die Entscheidung, zu der die SPD-Vertreter im Regionalparlament am Montag gelangt sind. Den damit programmierten Konflikt mit seinen Parteikollegen aus der Gemeinderatsfraktion, die das neue Gewerbegebiet wollen, spielt er herunter: „Aus örtlicher Sicht ist diese Haltung durchaus stichhaltig. Aus regionalpolitischem Blickwinkel ist es aber legitim, dass man eine Abwägung trifft.“
Dass sich auch die Freien Wähler im Regionalparlament mehrheitlich für den Erhalt des Grünzugs entschieden haben, hatte die Asperger Regionalrätin Elly Martinat bereits am Montagabend bei einer Pressekonferenz ihrer Fraktion in Hemmingen mitgeteilt. Ludwigsburg könne mit seinen Interessen nicht die Nachbarkommunen belasten.
Eine Haltung, die wiederum die Ludwigsburger Freien Wähler brüskiert: „Wir werden uns in dieser Angelegenheit noch an unsere Regionalfraktion wenden“, kündigt Roland Glasbrenner, Vorsitzender der FW-Gemeinderatsfraktion an. „Wir haben erwartet, dass man uns zu diesem Thema zumindest hört, bislang ist aber niemand auf uns zugekommen.“
Die Grünen wiederum hätten laut Ingrid Grischtschenko, Planungs-Sprecherin dieser Fraktion im Regionalparlament, lieber ein mit der Schiene verbundenes Logistikzentrum in Kornwestheim verwirklicht gesehen und wollen den Grünzug am Tammerfeld ebenfalls erhalten.
Sogar die CDU-Fraktion des Regionalparlaments will den Grünzug erhalten, solange Ludwigsburg kein konkretes Vorhaben eines Logistikunternehmens vorweisen kann. Erst dann, so ihr Planungs-Sprecher Udo Goldmann, sei zwischen den Zielen „Schutz des Freiraums“ und „Förderung der Logistik in der Region“ abzuwägen.
„Damit ist das Thema erledigt“, folgert Schmiedel. So schnell will Oberbürgermeister Werner Spec die Flinte aber nichts ins Korn werfen. Zu wichtig sei der Logistikbereich nicht zuletzt für die Wettbewerbsfähigkeit der regionalen Wirtschaft „über den Standort Ludwigsburg hinaus“ und damit auch für den Erhalt von Arbeitsplätzen. Zwar sei der Expansionsdruck im Logistikbereich in der gegenwärtigen Krise geringer. „Diese Situation wird sich aber wieder ändern“, ist Spec überzeugt.
Er geht zwar ebenfalls davon aus, dass es bei der jetzigen Festlegung auf den Grünzug bleibt, zeigt sich jedoch zuversichtlich, dass man dennoch eine Möglichkeit offen hält, die Situation zu gegebenem Zeitpunkt konkreten Ansiedlungswünschen anpassen zu können. Spec: „Das halte ich für einen akzeptablen Weg.“
Der 22 Hektar große Schanzacker am Fuß des Hohenaspergs liegt auf Ludwigsburger Markung zwischen Tammerfeld und der Tammer Reitwegsiedlung und wird bislang landwirtschaftlich genutzt.
Im Regionalplan ist das Gebiet als Grünzug eingetragen. Ludwigsburg möchte an dieser Stelle aber gerne ein neues Gewerbegebiet mit Logistikzentrum und hat deshalb beim Regionalverband eine entsprechende Änderung des Regionalplans beantragt. Ein Wunsch, der in den angrenzenden Kommunen Asperg und Tamm wenig Gegenliebe findet.
Annette de Cerqueira


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