Durch Asperg rollt inzwischen weniger Verkehr als 2001

Die Verkehrsbelastung Aspergs ist in den vergangenen sieben Jahren leicht zurückgegangen. Dabei hat insbesondere der Durchgangsverkehr abgenommen, während der „hausgemachte“ Verkehr weiter zulegte. Mit diesen Befunden überraschte die Ludwigsburger Planungsgruppe Kölz am Dienstagabend den Gemeinderat.

Einhelliges Lob strich der Ludwigsburger Planer Professor Gunter Kölz von den Stadträten ein: Auf ähnlich fundierte Zahlen wie jetzt habe Aspergs Kommunalpolitik bisher nicht bauen können, freute sich beispielsweise Günter Pfersich von den Freien Wählern. Dabei waren die Ergebnisse, die Kölz den Stadträten präsentierte, durchaus erstaunlich – und nicht alle Befunde dürften jedermann erfreut haben.
Drei Aussagen sind für die von Kölz präsentierte Analyse zentral. Erstens: Das Verkehrsaufkommen in Asperg ist gegenüber der vorhergegangenen Zählung von 2001 um drei Prozent zurückgegangen. Zweitens: Allenfalls ein Drittel der Autos, die täglich durch Asperg rollen, stellen Durchgangsverkehr dar – der Löwenanteil entfällt auf den „hausgemachten“ Ziel-, Quell- und Binnenverkehr. Drittens: Am stärksten belastet bleiben die Ost-West-Achse mit Eglosheimer und Markgröninger Straße sowie die Nord-Süd-Verbindungen der Südlichen Alleenstraße sowie der Königstraße. Die Verkehrsströme in und aus Richtung Tamm verteilen sich in Asperg allerdings in einem Maße, dass eine Verlängerung der geplanten Osttangente über die Eglosheimer Straße hinaus nach Nordwesten in Richtung Tamm kaum positive Effekte für das innerstädtische Verkehrsgeschehen hätte. Damit bestätigt das neue Kölz-Gutachten laut Bürgermeister Ulrich Storer übrigens Einschätzungen des auf Landesebene für Verkehrsfragen zuständigen Innenministeriums. Erklären lässt sich die deutliche Gewichtsverschiebung zwischen innerörtlich verursachtem und Durchgangsverkehr laut Kölz am ehesten durch das Zusammenspiel von Einwohner- und Arbeitsplatzzuwachs in Asperg einerseits sowie neue Umgehungsstraßen in der Nachbarschaft andererseits. Auch das gute öffentliche Nahverkehrsangebot spiele eine nicht zu unterschätzende Rolle. Hauptgewinner der aktuellen Entwicklung sind übrigens die Bahnhofstraße mit einem Verkehrsrückgang von 34 Prozent, die Hirschberg- (minus 18 Prozent) und die Osterholzstraße (minus 14 Prozent), Verlierer die Lehen- und die Königstraße mit Zuwächsen von 16 beziehungsweise zehn Prozent.
Kölz schlug ein ganzes Bündel von Möglichkeiten vor, um den innerstädtischen Verkehr weiter zu drosseln. So könnte das gesamte Quartier zwischen Lehen- und Bahnhofstraße als Tempo-20-Zone ausgewiesen und im Straßenbild umgestaltet werden, um wenigstens einen Teil der dort durchfahrenden Autos zu verdrängen. Für die Osttangente schlägt Kölz einen Kreisel nicht nur – wie bereits geplant – im Osterholz, sondern auch im Einmündungsbereich in die Eglosheimer Straße vor, um so Rückstaus auf beiden Achsen zu verhindern. Schließlich sollen Südliche Alleen- und Osterholzstraße nach der Eröffnung der Osttangente zu verkehrsberuhigten Bereichen werden.
Der Gemeinderat wird nun in die Diskussion des Gutachtens einsteigen. Der Bevölkerung werden die zentralen Ergebnisse bei einer Bürgerversammlung am 11. Mai vorgestellt.


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